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Best of Housekeeping
 
 



Es war nicht ganz einfach für mich, die passenden Worte zum Thema Housekeeping in Banff zu finden. Aber wenn Freunde mich um einen Gefallen bitten, versuch ich es natürlich. Vielleicht denkst du daran, wenn du den folgenden Text ließt. Denn Housekeeping beschwört einige meiner dunkelsten Erinnerungen in mir herauf. Ich hatte gehofft diese Erinnerungen würden für immer begraben, aber nun werden diese „Gräuel“ auch deine sein. Dies ist meine Geschichte von 5 Monaten Housekeeping in Banff.

Wir haben Leute kommen und gehen sehen. Mütter und Krankenschwestern werden oft für ihre Fähigkeit angepriesen, dass sie jeden Tag mit den Ausscheidungen eines menschlichen Körpers konfrontiert werden. Aber für den Mindestlohn arbeitend, denk ich das wir, die Housekeeper, die wahren Helden sind (Wir haben Krankenschwestern als Mütter, also sollten wir vielleicht sagen, dass AUCH die Helden sind). Die 3 Ps, Pee (Pipi), Puke (Erbrechen) und Poop (Scheiße) sind unsere täglichen Begleiter und nicht immer da zu finden, wo man sie erwarten würde. Nicht zu selten haben wir die Betten abgezogen und die noch warmen und nassen Bettlaken in unsere Arme genommen.
Ein netter, betrunkener Gast hatte beispielsweise einmal seinen „teuren Whiskey“ verschüttet, natürlich mitten auf dem Bett und war aber noch so nett, uns einen Zettel zu hinterlassen, damit wir ja nichts falsches denken „Es ist Whiskey nicht Pisse“. Er hatte natürlich keine Ahnung, dass uns diese Sachen mittlerweile einfach egal sind. Zu oft ist uns das Wasser aus der Toilette ins Gesicht gespritzt, oder Lappen und Schwämme sind hineingefallen. An dieser Stelle zögere ich auch ein bisschen ins Detail zu gehen und von unserer „1 Lappen für alles Methode“ zu erzählen. Aber manchmal tut es auch einfach ein nasser Finger. Aber um ehrlich zu sein, dank unserer unglaublich engagierten Supervisorin konnten die Gäste eines der saubersten Hotels in Banff genießen, ein Lappen hin oder her.

Aber zu unserer Freude haben die Gäste sich meist selbst ein Bein gestellt. Die Body Lotion finden wir nicht selten in der Dusche, benutzt als Spülung für die Haare. Der Fernseher und Kühlschrank war zu „versteckt“ hinter den Schranktüren… Aber das mit Abstand meist diskutierte Stück im Raum war der „Schuhscheiner“, oder Make-up Abschminklappen oder doch die Handpuppe? Ein Rätsel, das wir wohl nie lösen werden.

Aber was gehört natürlich zu einem romantischen Hotelaufenthalt in den Rocky Mountains!? Richtig sexy time. Die Wände des Hotels sind dünn, sehr dünn. Baby Öl (ein Graus für jeden Housekeeper) und Kerzen (verboten in fast jedem Hotel) sind eindeutige Begleiterscheinungen. Jeder Housekeeper ist euch übrigens sehr dankbar, wenn ihr es schafft, die Kondome selbst zu entsorgen. Dein Vibrator- Geburtstagsgeschenk ist ein bisschen komisch, aber diesen dann ungewaschen auf dem Bett liegen zu lassen, um es den Housekeepern zu zeigen ist dann wirklich komisch. Aber uns ist mittlerweile eh alles egal. Und du kannst uns ruhig glauben, wenn du denkst es ist komisch oder peinlich, wir haben es schon 100 mal vorher gesehen und gehört. Urin ist übrigens auch hier eine häufige Begleiterscheinung, interessant, hätten wir in dem Ausmaße nicht erwartet.

Wir hatten aber natürlich auch lustige Zeiten. Wir lieben das Spiel „Trinkgeld oder doch kein Trinkgeld?“, indem wir die Geldablagen in den Räumen analysieren. Aber um das hier ein für alle mal zu klären, wenn du bei einer mehrtägigen Übernachtung gerne die Laken gewechselt haben möchtest, an einem Sonntag, dann wäre Trinkgeld doch wirklich das mindeste.
Übrigens schauen wir uns deine Schokoladenbox jeden Tag an und hoffen, dass wenn du auscheckst, du uns die Schokolade hinterlässt. Es interessiert uns auch nicht mehr, wenn sie schon angebrochen ist.

Das Beste an unsere Arbeit ist allerdings die Tee-Pause in 316 oder 219. Wir sitzen zusammen und können 15 Minuten lang sozial sein und uns unterhalten oder aber auf unsere Handys starren (ja, meistens letzteres). Oder wir erschrecken und gegenseitig, spielen „finde das platteste Kissen“, verfolgen uns durch die Flure, sprechen die Sprache des „DND“, „MUR“ oder Bluecream und senden uns WhatsApp Fotos von Orangenschalen und der Toilette.
Unsere Stammgäste werden allerdings immer einen besonderen Platz in unseren Herzen haben, die speziellen Wünsche und alles was die Tages Routine etwas anders aussehen lässt.

Naja das leben als Housekeeper ist nicht immer einfach…eigentlich ist es nie einfach. Wir meckern wenn wir früher fertig sind, aber wenn wir die Gelegenheit bekommen noch etwas Extraarbeit zu machen, rennen wir aus dem Hotel. Unsere Zeit als Housekeeper war nicht all zu lang, aber wenn wir eine Sache gelernt haben dann ist es, dass wir ab jetzt immer Trinkgeld für unseren Housekeeper hinterlassen… Jedenfalls solang, wie diese Zeit noch frisch in unseren Erinnerungen ist. Was ein Glück, dass das nächste Abenteuer schon auf meine German-Girls wartet.

Eure Sophie!



 
 
 

17253 Comments

  1. s128 sagt:

    That is a very good tip especially to those new to the blogosphere. Simple but very precise info… Thanks for sharing this one. A must read article!