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Tribute
6. September 2016
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Portland – San Francisco
24. September 2016
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Lost - Nahatlatch
 
 
 
 
 

Hier konnten wir auf keinen Fall richtig sein. Schon einige Kilometer ging es immer tiefer in die kanadische Wildnis. So langsam stieg die Besorgnis in uns auf. Vielleicht war es nicht die beste Idee gewesen, nur auf Grund einer Internetanzeige (workaway.info - super Seite) bei einem Rafting Resort, gefühlt am Ende der Welt, für die nächsten 10 Tage zu arbeiten - und nein, wir können nicht raften, aber sowas hält uns natürlich nicht auf - und ja wir wissen dieser Satz ist lang, aber wir hatten keine Ahnung wo wir einen Punkt machen sollten. ;)

Aber zurück zur Ausgangssituation. Wir erreichten also den kleinen Ort Boston Bar. Dieser war früher vom Goldrausch geprägt, heute gibt es dort eigentlich nichts mehr. Außer einer alten Tankstelle mit Autowerkstatt (hierzu später mehr), ein paar heruntergekommene Häuser, einen kleinen Supermarkt, indem es so ziemlich alles zu kaufen gibt und Bahnschienen (auch hierzu später mehr).
Boston Bar ist so ein Ort - indem wie im Film - diese Sträucher über den Weg wehen und alte Männer vor dem Haus sitzen und Pfeife rauchen. Nichts ahnend, dass Boston Bar einfach nur der nächst "größere" Ort war, ging es von hier aus immer weiter in die Wildnis. Nach gut 30 min über Schotterstraßen, dann das ersehnte Schild: REO Rafting Resort. Wir wollten das Abenteuer, hier ist es!!



Die Formalitäten waren schnell geklärt. Mit so etwas hält man sich in Kanada übrigens nicht lange auf. 10 Tage Volunteerarbeit, Housekeeping und wo immer Hilfe benötigt wird, 5 Stunden am Tag, das klingt schonmal ziemlich gut. Die Frage, ob wir sofort Lust hätten raften zu gehen, klang natürlich noch besser.
Wie sich herausstellte bedeutet Wildwasser Rafting, das bis zu 9 Leute in einem Gummiboot (Raft), wie bescheuert paddeln und dabei einen reißenden Fluss runter fahren. Dabei ist das vorrangige Ziel, im Raft zu bleiben (das man auf dem äußersten Rand sitzt, ist hierbei nicht besonders hilfreich) und auf den Guide zu hören, der die Befehle (vorwärts, rückwärts, ducken, festhalten, usw.) möglichst lautstark zu vermitteln versucht. Alles in allem ein super Adrenalin Kick. Mach auf jeden Fall großen Spaß-empfehlenswert.

Zurück im Camp gab es erst einmal Abendessen. Wenn die Gäste gegessen haben, können wir uns an einem reichhaltigen Buffet bedienen, genau das was man nach 3 Monaten Camp-Essen ersehnt. Unsere neue Unterkunft, ein Zelt das wir uns mit 3 anderen Volunteers, direkt am Fluss teilen, war auch schnell bezogen. Nach so viel Aufregung wurde dann aber auch schnell geschlafen. Begleitet vom Rauschen des Nahatlatch Flusses, der der Lautstärke nach, durch unser Zelt floss.

Der erste richtige Arbeitstag gestaltete sich dann aber eher entspannt. Wäsche machen und ein bisschen putzen. Eine große Gästegruppe hatte sich jedoch für die nächsten Tage angekündigt, hierfür musste also ein bisschen mehr gearbeitet werden. So konnten wir erste Erfahrungen in einer Großküche sammeln. Überraschenderweise garnicht sooooo schlecht. Liegt aber wahrscheinlich daran, das man alles probieren durfte ;-)



Was man jedoch schnell vergisst, ist das man gerade etwas außerhalb, vor tierischen Überraschungen nicht gefeit ist. Beim Müll rausbringen, stand ich (Leni) somit ziemlich unerwartet für uns beide, einem großen Schwarzbären gegenüber. Ich habe die Aussage „Man erschreckt sich und erstarrt“ immer belächelt, aber nun stand ich da, der Bär ca. 2 m von mir entfernt und konnte mich nicht mehr bewegen. Alle hilfreichen Tips waren irgendwie vergessen. Ich stand einfach nur da und der Bär schien genauso erstaunt wie ich zu sein. Bis der Bär, für mich gefühlt nach Minuten jedoch wohl eher einigen Sekunden später entschied, lieber wieder zu gehen. Die Aufregung im Camp war danach natürlich groß. Aber vorerst gab es keine weiteren Zwischenfälle.

So vergingen die Tage schnell. Jeden Tag gab es irgendetwas neues zu entdecken. Ein Tau, mit dem man über eine Klippe schwingen konnte, Seen, Berge, Flüsse, einen platten Reifen - hier kam dann die Autowerkstatt ins Spiel, weitere Rafting Ausflüge, ultralange Güterzüge (hier die Bahngleisen- ja wir haben sie gezählt, 172 Wagons) und jede menge nette Menschen, aus aller Welt, wie zB. Australien, Chile, Brasilien, UK und Kanada.
Red Rafting Resort, war ein volles Highlight, ohne Abstriche.
Aber jetzt sind wir auch wieder bereit aufzubrechen. Ein großes Abenteuer wartet schon auf uns. Aber hierzu nächste Woche mehr….
Hier gibt es mehr Fotos.


Jana und Leni
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